Was geht den deutschen Bauern der Streit um die Ukraine an?

Die EU verhängt wegen der Ukrainekrise gegen Russland Sanktionen. Russland reagiert mit einem Embargo.

Folge: Seit dem Beginn des Embargos vor einem Jahr haben sich die Nahrungsmittelexporte aus Deutschland nach Russland halbiert. Nach einer Analyse des Deutschen Bauernverbandes gingen die Lieferungen von 1,8 auf 0,9 Mrd. € zurück. Bei den für Wertschöpfung und Arbeitsplätze besonders wichtigen Fleischwaren und Milchprodukten sank der Export faktisch auf Null. Das gelte auch für Obst und Gemüse. Besonders gravierend seien die indirekten Wirkungen. Mengen, die bisher nach Russland exportiert wurden, drängen auf den EU-Binnenmarkt und sorgen für zusätzlichen Preisdruck à Milchpreis, Fleischpreis …

Und dann wollen die EU-Politiker im September einen EU-Milchgipfel einberufen…

„Wir haben die Bundesregierung aufgefordert, sich für eine schnelle Lösung des Russlandembargos einzusetzen, denn es kann nicht sein, dass für politische Entscheidungen unsere bäuerlichen Existenzen geopfert werden", erklärt der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider.

Seit 17.August dürfen 29 neuseeländische Unternehmen wieder Milchprodukte nach Russland liefern und damit die europäischen Exportmöglichkeiten auf Dauer reduzieren.