Achtung Falle: Betriebsaufspaltung

Regelmäßig führt die steuerliche Konstruktion der Betriebsaufspaltung zu Feststellungen in steuerlichen Außenprüfungen. Eine Betriebsaufspaltung liegt insbesondere dann vor, wenn beherrschende Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft ihrer Gesellschaft wesentliche, in ihrem Eigentum befindliche Vermögensgegenstände zur Nutzung zur Verfügung stellen.

Typischer Fall: Der Alleingesellschafter der A GmbH, Herr X, verpachtet der A GmbH landwirtschaftliche Flächen, die er privat erworben hat. Die Pachteinnahmen des Herrn X können in diesem Fall zu gewerblichen Einkünften umqualifiziert werden. Für gewerbliche Einkünfte fällt Gewerbesteuer an. Daneben werden die landwirtschaftlichen Flächen Betriebsvermögen und können nicht mehr steuerfrei veräußert werden. Zugleich wird aber auch die Beteiligung des Herrn X an der A GmbH Betriebsvermögen. Werden die Flächen veräußert oder verschenkt, wird die Betriebsaufspaltung beendet und die Beteiligung geht aus dem Betriebsvermögen in das Privatvermögen über. Folge: Nicht nur der Veräußerungsgewinn aus den Flächenverkäufen sondern auch die Differenz zwischen Verkehrswert der Beteiligung und Anschaffungskosten unterliegt der Besteuerung durch die Einkommensteuer!

Der Bundesfinanzhof und die Finanzverwaltung erweitern kontinuierlich die Anwendungsfälle des steuerlichen Konstrukts der Betriebsaufspaltung. Es ist daher zu empfehlen, regelmäßig zu überprüfen, ob die Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft ihrer Gesellschaft Vermögensgegenstände zur Nutzung zur Verfügung stellen. Sofern der Verdacht einer Betriebsaufspaltung besteht, sollte umgehend der steuerliche Berater informiert werden, um negative steuerliche Folgen zu vermeiden.