Gewogene Acker-Pachtpreise der Kreise

Die Pachtpreise sind auf einem sehr progressiven Trend. Die Statistik des Landes Sachsen-Anhalt verdeutlicht, dass sich die Pachtpreis für Ackerland in den letzten 8 Jahren durchschnittlich jährlich um 0,32 bis 0,46 €/BP bzw. um 20 bis 38 €/ha erhöht haben. Zu beachten ist, dass es sich dabei um die Pachtpreise für Neuabschlüsse handelt.

Wesentliche Motoren dieser Pachtpreisentwicklung sind die Ausschreibungen der großen Verpächter (BVVG, Landgesellschaft, Kirche) und das rücksichtslose Streben einiger Landwirte, ihre Bewirtschaftungsfläche zu erweitern. Leidtragende dieser Entwicklung sind alle Landwirte, da mit der Veröffentlichung der Pachtpreise im Internet auch jeder kleinere Verpächter einen (hohen) Maßstab für seine Verpachtung findet.

Die Frage ist, ob die etwas betriebswirtschaftlicher orientierten Landwirte gegen diesen progressiven Trend etwas unternehmen können.

Einige Landwirte reagieren damit, dass sie bei absolut sicheren Pachtvertragsverhältnissen nur noch jährliche Pachtverträge abschließen und diese dann aber jährlich beim Landratsamt anzeigen. Das führt dazu, dass mehr Pachtverträge mit moderaten Pachtentgelten ein Gegengewicht zu den überzogenen Pachtpreisen bilden. Auch ist es möglich, dass man Pachtverträge mit zu hohen Pachten pflichtwidrig „vergisst“ anzuzeigen. Jeder so aktiv werdende Landwirt stärkt aber damit auch die Pachtverhandlung seiner Flächenkonkurrenten.