Was ist, wenn vom Gesundheitsamt eine Quarantäne oder ein Tätigkeitsverbot erteilt wird, obwohl keine Erkrankung festgestellt wurde?

Personen, die als Ansteckungsverdächtige auf Anordnung des Gesundheitsamts isoliert werden und deshalb einen Verdienstausfall erleiden, erhalten bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen eine Entschädigung nach § 56 des Infektionsschutzgesetzes. Hierzu bedarf es einer Einzelfallprüfung, da es sich um eine Billigkeitsentschädigung handelt. Die Entschädigungsansprüche sollten aber in jedem Fall geltend gemacht werden.
Im Rahmen der Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz tritt der Arbeitgeber in Vorleistung. Der Lohn / das Gehalt werden erst einmal „normal“ abgerechnet und ausgezahlt. Die ausgezahlten Beträge werden danach dem Arbeitgeber auf Antrag bei der zuständigen Behörde (in den meisten Bundesländern die Bezirksregierung) erstattet. Der Antrag auf Erstattung ist innerhalb einer Frist von 3 Monaten nach Einstellung der verbotenen Tätigkeit oder dem Ende der Quarantäne zu stellen.