Baufinanzierung wird komplizierter

Die EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie gilt seit März 2016 in Deutschland. Ihr Ziel ist es, den Verbraucher, der eine Wohnung finanziert, stärker als bisher vor finanzieller Überlastung zu schützen.

Dafür sollen die Banken noch gründlicher als bisher prüfen, ob der Kunde den Kredit auch über die gesamte Laufzeit bedienen kann. Die Banken müssen für die Entscheidung auch haften.

Kann ein Darlehensnehmer in 10 Jahren sein Darlehen nicht mehr bedienen, wird geprüft, ob die Bank das Darlehen überhaupt ausgeben durfte. Ist die Prüfung negativ, verliert die Bank den Tilgungsanspruch.

Viele Banken wissen noch nicht so recht, wie sie mit der neuen Richtlinie umgehen sollen. Aus Unsicherheit sind einige Institute deswegen deutlich restriktiver als vorher – und verzichten aktuell lieber auf ein Geschäft, als in der Zukunft vom Kunden belangt zu werden. Dadurch werden Selbständige, Ältere oder befristet Beschäftigte wesentlich schwerer Bankdarlehen erhalten, auch wenn sie selbst einen hohen Anteil Eigenkapital angespart haben.