Abgeltungssteuer muss nicht immer die beste Lösung sein

Der BFH hat entschieden (25.08.2015 VIII R 3/14), dass Ausschüttungen aus Beteiligungen an Kapitalgesellschaften auf Antrag nach der tariflichen Einkommensteuer besteuert werden können, auch wenn der Steuerpflichtige als Anteilseigner einer Kapitalgesellschaft (mindestens zu 1%) aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit für die Kapitalgesellschaft keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsführung derselben ausüben kann.

Gesetzlich vorgeschrieben ist die Abgeltungssteuer mit 25% auf den Kapitalertrag. Die wird auch im Rahmen der Kapitalertragsteuer bei der Ausschüttung an das FA abgeführt. Damit ist der Kapitalertrag pauschal für sich besteuert und braucht nicht mehr in der ESt-Erklärung ausgewiesen werden. Es gibt aber auch die Abweichung von dieser Norm, wenn jemand z.B. wegen Verlusten nichts zu versteuern hat. Dann kann er diese 25% auch zur Rückerstattung bringen, indem der Kapitalertrag in der ESt-Erklärung angegeben und die Abgeltungssteuer als Steuervorauszahlung eingetragen wird. Voraussetzung ist, dass man mehr als 1% an der Gesellschaft beteiligt war und in der Gesellschaft gearbeitet hat.